• „3 Haselnüsse“

Shiitake – ein kleines Multitalent

Aktualisiert: Mai 14

von Olena


Der Shiitake (Lentinula edodes) ist einer der interessantesten Pilze überhaupt, da er ganz besondere Eigenschaften in sich vereint: höchsten Speisewert und umfassende Heilkraft. In Japan und China sind die Pilze schon seit Jahrhunderten bekannt. Sie wachsen dort wild in den Wäldern, besonders auf asiatischen Eichen- und Buchensorten, werden aber inzwischen auch weltweit kultiviert. In Europa findet man ihn vor allem in Supermärkten und auf Gemüsemärkten.

Der asiatische Heilpilz ist nicht nur für seinen angenehmen Geschmack, sondern auch für seinen Nährwert, seine Inhaltsstoffe und seine therapeutischen Eigenschaften bekannt. Er ist deshalb ein traditionelles pflanzliches Heilmittel der fernöstlichen Kultur – und auch in der modernen Medizin wächst das Interesse am Shiitake aufgrund seiner vitalen Eigenschaften.

Generell vermindern Pilze Probleme mit Blutfettwerten und Blutzuckerschwankungen, weil sie reich an Ballaststoffen und extrem arm an Fett, Stärke und Zucker sind. Sie sind also ein geeignetes Nahrungsmittel bei Diabetes II und bei einem hohen Cholesterinspiegel sowie bei Arteriosklerose und Bluthochdruck. Darüber hinaus ist der Shiitake besonders für seinen Gehalt an Polysacchariden und Eritadenin bekannt.

Die Aminosäure Eritadenin besitzt antivirale Eigenschaften und kann den Fettstoffwechsel beeinflussen, da sie aktiv lipidsenkend wirkt: Insgesamt lassen sich im Labor verschieden Effekte messen, die gemeinsam dafür sorgen, dass die Blutwerte von Cholesterin und Triglyceriden sowie dem gefährlichen LDL-Cholesterin gesenkt werden.

Das Polysaccharid β-Glucan zeichnet sich durch seine antitumoralen und antientzündlichen Effekte aus, welches ihm in der Krebsforschung große Aufmerksamkeit schenkt: Die Anti-Tumor-Aktivität beruht auf mehreren Mechanismen durch das Lentinan. Dieses stärkt die spezifische und unspezifische Immunabwehr durch die Steigerung der Ausschüttung von körpereigenen Immunglobulinen, von Makrophagen, T-Helfern und Killer-Zellen. Es unterbindet außerdem Faktoren, die das Immunsystem schwächen. Auf diese Weise kann Shiitake das Tumorwachstum vorab verhindern oder sogar bestehende Tumore hemmen. Außerdem zählt Lentinan laut amerikanischen und asiatischen Wissenschaftlern zu den wirksamsten Aktivatoren des Immunsystems. Es ist sogar so wirksam, dass es bei der Immunschwäche AIDS zum Einsatz kommt.

Im Laufe der Zeit wurden diverse therapeutische Eigenschaften des Shiitake festgestellt:

antimikrobiell – gegen Mikrobien

antikanzerogen – krebshemmend

antimykotisch – gegen Pilze

antibakteriell – gegen Bakterien

antivirale – gegen Viren

antidiabetisch

hypolipidämisch – lipidsenkend/Senkung der Blutfettwerte

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin stärkt der Shiitake das Yang und kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Mangel oder ein Ungleichgewicht in diesem männlichen, aktiven und impulsgebenden Energieprinzip ist.

Der Shiitake ist der wichtigste Zuchtpilz in Asien – sowohl als Speisepilz als auch für medizinische Zwecke. Er kann sehr gut getrocknet werden und behält dabei sein Aroma und seinen Nährwert sowie seine Wirkstoffe:

Er enthält viel Kupfer, welches an der Bildung von Bindegewebe und Blut sowie an der Funktion des Nervensystems beteiligt ist. Viel Vitamin B (B2, B3, B5 und B6) für Nerven und Stoffwechsel.

Da Vitamin D nur in äußerst wenigen Lebensmitteln enthalten ist und der menschliche Körper Vitamin D überwiegend mit Hilfe von Sonnenlicht synthetisiert, ist der verhältnismäßig hohe Gehalt an Vitamin D im Shiitake besonders bemerkenswert. Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass viele Pilze – darunter auch der Shiitake – einen hohen Ergosteringehalt aufweisen und somit bedeutende Vitamin-D-Lieferanten sein können. So wurde festgestellt, dass 100 Gramm Shiitake-Pilze, die anfänglich nur 100 IE (2,5 µg) Vitamin D enthielten, ganze 46.000 IE aufwiesen, nachdem sie zwei Tage für jeweils sechs Stunden in der Sonne verbracht hatten (also dort getrocknet wurden). Da Shiitake auch bei Dämmerlicht gezogen werden können, weiß man beim Kauf nicht, ob der Pilz Vitamin D enthält oder nicht. Doch kann man die Pilze natürlich auch nach dem Kauf noch in die Sonne legen, wo sie sich dann in eine Vitamin-D-Quelle verwandeln. Bereits der Verzehr von vier bis fünf Shiitake-Pilzen reicht aus, um den täglichen Bedarf eines Erwachsenen an Vitamin D2 zu decken.

PRAXISTIPP: Gut zu wissen, dass der Shiitake auch nach dem Trocknen sein Aroma, seinen Nährwert und seine Wirkstoffe behält!

Der Shiitake ist außerdem reich an anderen sekundären Inhaltsstoffen wie Lenthionin, die einerseits das Aroma nach Lauch und Knoblauch ausmachen, andererseits antibiotische Wirkung gegen Bakterien und Pilze entfalten.

Die Eiweiße des Shiitake enthalten alle essenziellen Aminosäuren (z. B. Leucin und Lysin) im ähnlichen Verhältnis wie Milch oder Fleisch, was erstaunt und ihn als hochwertige Eiweißquelle auszeichnet. Folgende Eiweiße befinden sich im Shiitake:

Glutamat

Aspartat

L-Arginin

L-Prolin

Leucin

Alanin

Lysin

PRAXISTIPP: Um den Gehalt dieser Proteine zu erhalten, solltest du den Pilz am besten roh essen oder dünsten, aber nicht hoch erhitzen.

Zu den Heilwirkungen bei Darmbeschwerden: Menschen, die mit einer Darmerkrankung oder mit chronischen Entzündungen zu kämpfen haben, können besonders gut von den Heilwirkungen des Shiitake profitieren: In mehreren Studien in Japan und China wurde aufgezeigt, dass der Heilpilz das Wachstum der für den Darm wichtigen probiotischen Bakterien fördert und aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften auch gegen schädliche Erreger wie z. B. Candida albicans wirkt.

FAZIT: Die immunstimulierende Wirkung von Shiitake-Extrakten kann etliche Krankheiten in Schach halten: Erkältungskrankheiten, bakteriellen sowie viralen Infekten kann mit einem regelmäßigen Verzehr vorgebeugt werden. Auch einer Fehlbesiedlung des Darms mit krankmachen Keimen kann entgegengewirkt und der Darm dadurch saniert werden. Sogar Karies verursachende Bakterien lassen sich ebenfalls mit Shiitake bekämpfen. Das Shiitake-Extrakt wirkt an den Zellen des Körpers, schützt hier vor zerstörerischen und krankmachenden Einflüssen und damit vor degenerativen Erkrankungen.

PRAXISTIPPS ZUSAMMENGEFASST

Der Verzehr:

Shiitake-Pilze können frisch oder getrocknet in vielen Zubereitungen konsumiert werden. Besonders beliebt sind sie in der Miso-Suppe. Sehr aromatisch schmecken frische Shiitake feingeschnitten im Salat und zwar sowohl roh als auch kurz angebraten. Kurz gedünstet schmecken sie auch in der Gemüsepfanne oder im asiatischen Wok-Gericht hervorragend.

Die richtige Zubereitung:

Wie Shiitake-Pilze zubereitet werden sollten, hängt von der gewünschten Wirkung und dem Ziel des Konsumenten ab. Allgemein lässt sich sagen, dass das Braten von Shiitake-Pilzen in Anbetracht des Kaloriengehalts und ihrer therapeutischen Eigenschaften nicht zu empfehlen ist. Durch das Braten gehen sowohl Glucane, die antitumorale und antientzündliche Eigenschaften besitzen, als auch Polyphenole verloren, wodurch die antioxidative Aktivität ebenso abnimmt. Darüber hinaus steigt der Fett- und Kaloriengehalt durch das Braten stark an, da bei der Zubereitung Fett in die Pilze eindringt.

Das Kochen von Shiitake empfiehlt sich, wenn der Konsument von den therapeutischen Eigenschaften der Glucane profitieren möchte, da gekochte Shiitake sogar mehr Glucane als rohe Shiitake enthalten. Gleichzeitig gehen beim Kochen jedoch Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften verloren. Folglich sollten Shiitake, werden sie aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften verzehrt, gedämpft und nicht gekocht werden.

Regionale Shiitake-Pilze in Brandenburg kaufen? Kein Problem: Die noch ganz junge Edelpilz-Manufaktur Frische Kappen in der Uckermark züchtet qualitativ hochwertige Shiitake, Austernseitlinge und Kräuterseitlinge und verkauft sie u.a. über die „3 Haselnüsse“ in Templin und auf Wochenmärkten in Berlin.

53 Ansichten